Im Leben eines jeden Pferdes gibt es Situationen, in denen der Organismus stärkeren Belastungen ausgesetzt ist. Sei es durch eine Trächtigkeit oder eine schwere Geburt, durch Erkrankungen oder einfach nur durch extremen Stress auf Turnieren oder im Training. Selbst das Wachstum eines Fohlens bedeutet für den Körper eine zusätzliche Belastung und dadurch einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. In dieser Zeit reicht die normale Versorgung über das Grund- und Kraftfutter nicht mehr aus. Besonders Spurenelemente mit hoher biologischer Wirksamkeit und wasserlösliche Vitamine sind dann im Krippenfutter in zu geringen Mengen enthalten. Physiologische Bedeutung der Mineralstoffe und Vitaminen:
Vitamin K
Normalerweise können sowohl Vitamin K als auch die Vitamine des B-Komplexes in ausreichenden Mengen im Darm synthetisiert werden. Bei Verdauungsproblemen oder Durchfällen kann die Eigensynthese jedoch gestört sein, so dass eine zusätzliche Versorgung über das Futter notwendig wird. Besonders Fohlen sind auf die Zufütterung angewiesen, da ihr Darmsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist. Vitamin K ist essentiell für die Thrombinbildung und somit auch für die Blutgerinnung.
Vitamin B1
Dieses Vitamin ist für den Kohlenhydratstoffwechsel notwendig. Bei einem Mangel können Zwischenprodukte nicht weiter abgebaut werden, so dass der Gehalt im Blut immer weiter ansteigt. Ein Mangel an Vitamin B1 ist z. B. an einer verminderten Futteraufnahme, Nervosität oder Lahmheit zu erkennen.
B12
Eine Versorgung mit Vitamin B12 kann die Blutbildung fördern.
Folsäure
Ein Mangel an Folsäure kann zu einer Anämie oder einem Leistungseinbruch führen.
Eisen
Eisen hat eine blutbildende Wirkung, da es bedeutsam für den roten Blut- bzw. Muskelfarbstoffes (Haemoglobin) ist. Besonders Fohlen haben einen erhöhten Bedarf, da diese aufgrund des hohen Blutvolumens und Hämatokritwertes nur über begrenzte Eisenreserven verfügen. Nach Blutverlusten, wie z. B. durch Operationen oder zu Beginn einer Trainingsphase kann der Bedarf ansteigen.
Kupfer
Das Spurenelement Kupfer ist für die Nerven-, Blut-, Pigment- und Bindegewebsbildung und damit auch für die Knochenentwicklung relevant. Eine Bewegungseinschränkung der Gelenke oder eine Anämie unmittelbar nach der Geburt, kann auf einen Kupfermangel bei der Mutterstute und eine dadurch geringe Einlagerung in die fötale Leber zurückzuführen sein. Im Rahmen der Skelettentwicklung ist es für die Quervernetzung und Verfestigung der Knochen- und Knorpelsubstanz essentiell.
Mangan
Mangan ist für eine gute Funktionalität der Eierstöcke der Stute unentbehrlich, aber auch als Kofaktor in zahlreichen Enzymsystemen. Zink Zink ist als Spurenelement essentiell für zahlreiche Enzyme im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsels. Ein Mangel führt zu Verdickungen der Haut, Haarausfall und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.

