Aktuelles

Die Fütterung und häufige fütterungsbedingte Erkrankungen von Robustpferden?

Gut zu Wissen

Die Fütterung und häufige fütterungsbedingte Erkrankungen von Robustpferden?

Robustpferde sind Pferderassen wie Isländer, Shetlandponys oder Fjordpferde, die an andere klimatische Verhältnisse oder an karge Landschaften mit weniger Futter gewöhnt sind. An solche Umweltsituationen angepasst benötigen sie weniger Energie als andere Rassen. Energiesparmassnahmen sind z. B. das meist ausgeglichene Temperament oder das dickere Unterhautfett. Gegen die allgemeine Vermutung, dass Robustpferde mehr Energie aus dem Futter ziehen können, haben diese Rassen einfach nur einen geringeren Energieaufwand im Erhaltungsbedarf als andere Pferde. Der Energiebedarf liegt rund 10 % unter dem von Warmblütern also ca. bei 0,54 MJ verdauliche Energie pro Kilogramm metabolische Lebendmasse. Aus diesem Grund neigen Robustpferde sehr häufig zu Übergewicht und zu dadurch bedingten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Hyperlipidämie oder dem Equinen Metabolischen Syndrom. Eine Folge von Stoffwechselerkrankungen ist nicht selten Hufrehe. Die Hyperlipidämie ist eine Stoffwechselentgleisung, bei der z. B. aufgrund von Stress, Trächtigkeit oder Futtermangel Depotfett abgebaut wird, da der zur Verfügung stehende Energiegehalt aus dem Futter zu gering ist. Diese Reaktion kann auch die Folge von einer bewusst eingeleiteten Diät sein. Der Körper von Robustpferdearten schießt dann gelegentlich über das Ziel hinaus, so dass mehr Fett abgebaut wird als eigentlich benötigt wird. Die betroffenen Pferde stellen i. d. R. das Fressen ein. Die durch den Energiemangel hervorgerufene Krankheit wird durch die Fressunlust noch verstärkt und kann bis zum Tode der Pferde führen. Um die Spirale zu stoppen, kann die Verabreichung von Glukose helfen. Symptome einer Hyperlipidämie sind neben dem Abmagern der Tiere auch das Verfetten von Leber, Niere und anderen Organen, ein erhöhter Puls und Herzschlag sowie eine übermäßige Schweißbildung. Die Pferde wirken i. d. R. apathisch und teilnahmslos, die Lidbindehaut ist verwaschen und gerötet und das Blut glänzt aufgrund des erhöhten Fettgehaltes. In fortgeschrittenem Stadium leiden die Tiere an einer zu geringen Körpertemperatur sowie an massiven Herzproblemen. Um die negative Abmagerungs-Spirale zu vermeiden, dürfen Robustpferde nicht wie andere Rassen auf Diät gesetzt werden. Bei einem Warmblüter ist eine Energiereduzierung von 30 % möglich, dies ist jedoch zu hoch für Robustpferde. Ein langsameres „Runterfüttern“ ist daher dringend erforderlich.

Die optimale Haltungsform für Robustpferde ist die Weidehaltung. Doch auch hier muss man aufpassen. Im Frühjahr ist das Weidegras oft zu energiereich. Der hohe Gehalt an Fructanen in den Gräsern kann das Risiko einer Erkrankung an Hufrehe noch verstärken. Daher sollte die Futteraufnahme begrenzt werden. Damit die Pferde sich nicht nur an der Weide „satt“ fressen, sollte zusätzlich energiearmes Heu angeboten werden. Aber auch im Stall sollte auf eine energiearme Fütterung mit viel Struktur und wenig Fett geachtet werden. Der Mineral- und Vitaminbedarf von Robustpferden ist dabei nicht geringer als der von anderen Rassen. Daher ist die Kombination mit einem Mineralfutter (Original Refomin plus) bei einer reinen Heufütterung wichtig. Kommt ein Krippenfutter zum Einsatz ist auch hier auf möglichst aufgeschlossenes Getreide, wenig Fett und viel Struktur zu achten. Eine Kombination aus Mineralien, Vitaminen und speziell auf die Energiebedürfnisse von Robustpferden angepasstes Müsli ist das Original All-In-One.

Generell ist darauf zu achten, dass Robustpferde nicht hungern. Zum einen durch das erhöhte Risiko an Stoffwechselerkrankunge, wie Hyperlipidämie, zu erkranken und zum anderen, da diese Pferde bei Hunger alles fressen, was sie finden (Sand, Erde etc.), und damit weitere Folgeerkrankungen wie Verstopfungen forciert werden.