Gut zu Wissen

Unsere Fohlen sind da!

Endlich ist es soweit und das Warten hat ein Ende. Nach zahlreichen schlaflosen Nächten und dem einen oder anderen Fehlalarm stehen sie nun da, ganz wackelig auf ihren vier staksigen, langen Beinen und wissen noch nicht so recht wo hin mit sich selbst. Erstaunlich, dass der Vorgang des Aufstehens bei Fohlen gerademal zwischen 15 min und 2 h dauert. Besonders in dieser Zeit ist es wichtig, ein Auge auf die kleinen Neuankömmlinge zu haben.

Das Kolostrum ist die erste Nahrung des Fohlens und von essentieller Wichtigkeit. Es enthält einen hohen Eiweißgehalt, Vitamine (vor allem A und E) sowie lebenswichtige Antikörper, die das Fohlen gegenüber Umweltkeimen und somit vor Infektionen schützen soll. Vor Infektionen schützt auch ein hoher Vitamin A-Gehalt im Kolostrum. Vitamin A entfaltet seine Wirkung speziell als „Epithelschutzvitamin“ in den äußeren Zellschichten und Schleimhäuten und ist auch für den Knochenstoffwechsel von Bedeutung. In den ersten Lebenswochen ist das Fohlen nicht in der Lage selber Antikörper herzustellen und wird über das Kolostrum der Stute mit ihren Antikörpern geschützt. In den ersten zwei Lebenstagen können die Antikörper ohne abgebaut zu werden die Darmwand des Fohlens passieren und bewirken somit eine passive Immunisierung. Jedoch verringert sich die Konzentration der Antikörper im Kolostrum relativ schnell. Damit die Stute stallspezifische Antikörper bilden kann, sollte vor allem bei Stuten, die das erste Mal ein Fohlen bekommen (Maidenstute) darauf geachtet werden, dass sie vier bis sechs Wochen vor der Geburt in diejenige Umgebung kommen, in der das Fohlen geboren werden soll.

Wenn in den ersten Lebensstunden alles glatt gelaufen ist, dann ist speziell auf die Fütterung der Fohlen in der ersten Woche wenig Aufwand zu verwenden, denn das übernimmt die Stute. Das Fohlen wird im Mittel ca. 50 Mal bei der Mutter in 24 h saugen, wobei es pro Mahlzeit zwischen 150 ml und 250 ml aufnimmt. Bis zur 4. Lebenswoche sollte das Fohlen während des Tages 6 Mal am Tag saugen dürfen und nachts unbegrenzt. Bitte wundern Sie sich nicht, ein natürliches Verhalten ist die Koprophagie. Dies bedeutet, dass das Fohlen bis ca. zur 5. Lebenswoche frischen Kot der Mutter aufnimmt um sich ausreichend mit B-Vitaminen zu versorgen und seinen Darm mit lebensnotwenigen Bakterien zu besiedeln. Um den Bewegungsdrang und ein gutes Wachstum sowie gesunde Gelenke zu forcieren, sollten Mama und Kind schon bald nach der Geburt immer wieder für mehrere Stunden am Tag Auslauf erhalten, auch im Winter.

Nach einigen Wochen wird die Milch der Mutter nicht mehr ausreichen, um das Fohlen genügend mit Nährstoffen zu versorgen, so dass man zufüttern sollte. Das Fohlen wird schon früh anfangen spielerisch über Beobachten die Aufnahme von Heu zu imitieren und im zweiten Lebensmonat ca. 100 g – 150 g Heu täglich aufnehmen. Dabei ist auf eine gute Heuqualität sowie ausreichend Wasser zu achten. Auch wird es versuchen immer mal wieder an die Kraftfutterration der Mama zu gelangen. Ab der zweiten Lebenswoche kann in einer separaten Fohlenkrippe, welche für die Mutter nicht zugänglich ist, ein spezielles Fohlenmüsli, zum Beispiel das Original FohlenMüsli oder das Original terabb-FS 16, zur freien Verfügung angeboten werden. Sowohl das Müsli als auch die Pellets sind speziell auf den Bedarf eines Fohlens zugeschnitten. Das thermisch aufgeschlossene Getreide sowie Sojaschrot und dampferhitze Sojabohnen sichern die Versorgung mit Energie und ausreichend essentiellen Aminosäuren. Die enthaltenen Mineralstoffe und auch Vitamine sorgen für einen gezielten Knochenaufbau und einen gesunden Organismus. Die Beigabe von Molkepulver macht das Müsli besonders schmackhaft. Von einer einseitigen Fütterung von gequetschtem Hafer ist auf Grund des geringen Kalzium-, Kupfer- und Vitamingehaltes sowie der begrenzten Eiweißqualität abzuraten. Die Gesamtfuttermenge sollte der Milchmenge und dem Fohlen angepasst sein. Ein Salzleckstein sollte dem Fohlen nicht zur freien Verfügung stehen, da bei einer übermäßigen Aufnahme das Durchfallrisiko erhöht ist.

Manchmal ist es leider so, dass aus verschiedenen Gründen sich die Mutter nicht mehr um das Fohlen kümmern kann. Vielleicht hat dann das Fohlenkind Glück und eine Ammenstute steht zur Verfügung. Doch wenn nicht, muss das Fohlen per Hand aufgezogen werden. Trotzdem ist es in so einer Situation sehr wichtig, dass das Fohlen in den ersten Lebensstunden das Kolostrum bekommt. Für gewöhnlich haben Gestüte und Zuchtgemeinschaften für solch einen Fall eine kleine Menge Kolostrum bei anderen Stuten gewonnen und konserviert. Nachdem dem Fohlen das wichtige Kolostrum gegeben werden konnte wird es einfacher mit der Fütterung, denn nach der Kolostrumperiode kann das Fohlen über einen Milchaustauscher, zum Beispiel unsere Original Fohlenmilch, ernährt werden. Die Fohlenmilch kann auf Grund ihrer ausgewogenen Gesamtkonzeption in den ersten Wochen nach der Geburt als alleiniger Muttermilchersatz eingesetzt werden. Auch als zusätzliche Versorgungsquelle bei zu geringer Milchleistung der Mutterstute kann Original Fohlenmilch eingesetzt werden. Auf die Nutzung von günstigen Eiweißquellen wurde hier verzichtet und Wert auf besser verträgliche Magermilch- und Molkepulver  gelegt. In der ersten Woche sollte das Fohlen mindestens 10 bis 15 Mal pro Tag und in der Nacht mindestens alle vier Stunden getränkt werden. Auch hier kann ab der 2. beziehungsweise 3. Lebenswoche Original FohlenMüsli oder das Original terabb-FS 16 zur freien Verfügung angeboten werden. Als Richtwert kann allgemein im Mittel zwischen dem 2. und 9. Lebensmonat 2 kg zusätzlich Krippenfutter bei mittelschweren Rassen angeboten werden. Zur Unterstützung der Entwicklung des Fohlens kann zusätzlich VITA PASTE JUNIOR von equinova® ab dem 1. Lebensmonat drei Mal die Woche zu gefüttert werden. VITA PASTE JUNIOR von equinova® bietet eine hochwertige Nährstoffversorgung mit hochverfügbaren Spurenelementen vor allem Eisen und Kupfer sowie Vitaminen, im Besonderen Vitamin A, für das Fohlen an. Wichtig wird dies speziell dann, wenn die Stute in der Trächtigkeit mit Kupfer und Eisen unterversorgt war.