Gut zu Wissen

Beginn der Weidesaison / Gefahr Hufrehe

Doch Vorsicht, so verlockend die ersten Sonnenstrahlen sind, der Frühling hat auch seine Tücken. Die Nächte sind oft noch sehr kalt und erst ab mittags ist die Sonne warm genug, damit das Gras wachsen kann. Über Nacht bilden Gräser Speicherstoffe, sogenannte Fructane, die sie zum Wachsen brauchen. Doch so lange es nicht warm genug ist, speichern die Pflanzen den Zucker ein um dann, sobald die Sonne ausreichend scheint, wachsen zu können. Aus diesem Grund ist während der Wachstumsperiode der Zuckergehalt im Weidegras besonders hoch und damit das Hufrehe-Risiko für Pferde. Aber auch an warmen Tagen sollte auf eine nicht zu lange Weidezeit geachtet werde, da im Frühjahr der Energie- und Nährstoffgehalt auf den Weiden generell  höher ist als im Sommer. Daher empfiehlt es sich, die Pferde nach einer langen Stallsaison mit Heu- und Strohfütterung sehr langsam an das neue Grünfutter zu gewöhnen. Man sollte dem sensiblen Verdauungssystem der Vierbeiner genügend Zeit zur Umstellung geben, um Krankheiten wie Koliken, Durchfälle und Hufrehe zu vermeiden. Lassen Sie Ihre Pferde anfangs nur für 5 bis max. 15 Minuten grasen und steigern Sie die Weidezeit und damit die Grasaufnahme langsam. Die beste Tageszeit zum Anweiden ist mittags bis nachmittags, da das Gras schon ausreichend Sonne tanken konnte. Vermeiden sollte man dagegen die Morgenstunden, solange das Gras noch nass vom Tau ist.

Gefahr Hufrehe: Wenn Pferde an die Grasaufnahme noch nicht gewöhnt sind und gleichzeitig der Fructangehalt auf den Weiden ansteigt, steigt auch die Gefahr für Hufrehe. Die Zucker werden im Dickdarm mikrobiell fermentiert, wodurch Milchsäure entsteht. Diese übersäuert den Darm und bedingt ein Absterben der wichtigen Mikroflora. Die toten Bakterien setzen dann Endotoxine frei, welche in die Blutbahn gelangen und die Hufrehe hervorrufen können. Um einer Übersäuerung vorzubeugen, sollten die Pferde, bevor sie auf die Wiese kommen „satt“ sein und möglichst viel Strukturfaser aufgenommen haben. Dies erreichen Sie am besten mit einer ausreichenden Heufütterung. Die Pferde müssen Heu länger kauen als Kraftfutter und speicheln dadurch das Futter besser ein. Der Speichel der Pferde neutralisiert dann den pH-Wert im Verdauungstrakt. Weiterhin trägt Raufutter zu einer gesunden und funktionstüchtigen Dickdarmflora bei, da die Bakterienkulturen Strukturfasern für ihr Überleben benötigen.