Heu - Fluch und Segen der modernen Pferdehaltung/ -Fütterung Teil 2

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Heu - Fluch und Segen der modernen Pferdehaltung/Fütterung Teil 2

Mittlerweile weiß jeder Pferdebesitzer, dass das „grüne Gold“, liebevoll auch „Heu“ genannt, die Grundlage einer jeden Pferdeernährung darstellt und mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht des Pferdes gefüttert werden sollte.

Doch warum genau ist das so?

Dafür sollte man einen Blick auf die Physiologie des Pferdes werfen. Das Pferd verfügt, im Gegensatz zu uns, über eine große Gärkammer im Dickdarm. Diese Gärkammer ist das Caecum und ist besser bekannt als Blinddarm. In diesem Abschnitt des Darmes ist es dem Pferd möglich, rohfaserreiche Produkte wie zum Beispiel Heu, Stroh und andere unverdauliche Pflanzenteile wie Getreideschalen mit Hilfe von Bakterien zu verdauen. Diese speziellen Bakterien helfen dem Pferd Kohlenhydrate wie Cellulose, Hemicellulose, Pektine und teilweise auch Lignin aufzuspalten. Diese besonderen Kohlenhydrate werden von den Bakterien in kurzkettige Fettsäuren (Essig-, Propion- und Buttersäure) umgewandelt. Diese kurzkettigen Fettsäuren werden dann über die Darmschleimhaut aufgenommen und über die Pfortader der Leber zugeführt. In der Leber werden diese wiederum in für das Pferd verwertbare Kohlenhydrate und Fette umgebaut und stehen somit dem Organismus wieder als Energie zur Verfügung.

Dadurch, dass der Organismus des Pferdes sich über Jahrtausende darauf eingestellt hat mit den Bakterien zusammen zu arbeiten, darf es dem Pferd in seinem täglichen Leben nicht an Rohfaser fehlen. Daher gilt die Faustregel: 2 kg bis 3 kg Rohfaser benötigt das Pferd pro Tag, um gesund zu bleiben. Dies entspricht in etwa der empfohlenen Tagesration Heu von 1,5 kg pro 100 kg Pferdegewicht (600 kg Pferd). Bei einem mittleren Rohfasergehalt von ca. 24% würde ein Pferd durchschnittlich 2,2 kg Rohfaser über 9 kg Heu aufnehmen. Werden Pferde älter und können Heu unzureichend kauen ist eine Ration, angereichert durch Heu-Cobs, ratsam. Hier eignen sich besonders die Höveler Senior Cobs. Diese lassen sich schnell aufweichen und sind etwas energiereicher auf Grund von zugesetztem wertvollen Leinöl.

Aber am Heu ist nicht nur die Rohfaser wichtig. Im Idealfall könnte das Heu das Pferd zudem mit den wichtigen essentiellen Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen.

Allerdings ist es leider in der Regel so, dass das Heu nicht mehr ausreichend über diese Nährstoffe verfügt. Dies hat vielerlei Gründe. Zum einen kann es an einer schlechten oder auch langen Lagerung liegen. Hierbei bauen sich zum Beispiel viele Vitamine einfach ab. Verfügt der Boden, auf dem das Gras wächst, nicht über ausreichend Spurenelemente, so spiegelt sich auch das in einem Mangel im Heu wieder. Auch eingesetzte Kräuter können hier nicht immer Abhilfe verschaffen. Zudem können auch wichtige Nährstoffe durch Regen ausgespült werden. Um diese Verluste im Heu auszugleichen, ist eine tägliche Fütterung eines guten Mineralfutters ratsam. Hier eignet sich bei einer reinen Heu- und Haferfütterung Reformin plus oder VITALYSAN von equinova® sehr gut.

Bei einer Silierung des Grases kommt es häufig zum Abbau wichtiger essentieller Aminosäuren. Essentielle Aminosäuren sind Bestandteile von Proteinen und unabdingbar für den Muskelaufbau, die Milchproduktion und Fohlenentwicklung. Der Proteingehalt des Heus ist meist ausreichend, allerdings fehlt es laktierenden Stuten und Sportpferden an Lysin, Methionin und Threonin. Diese essentiellen Aminosäuren sind im Heu Mangelware und sollten am besten über spezielle Kraftfutter oder auch Mineralfutter ergänzt werden. Hierzu zählen zum Beispiel das Höveler PUR.SPORT, Western Sport oder auch das Höveler Original Active. Möchte man ausschließlich eine Ergänzung zu seiner bestehenden Kraftfutterration, so ist dies über Höveler Reformat, BT-Hefepress oder Sojaschrot möglich.