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Stoffwechsel

Hufrehe – was ist das eigentlich?

Die Hufrehe oder Pododermatitis aseptica diffusa ist eine Erkrankung mit häufig schwerem Verlauf, welche meist als Folge anderer Stoffwechselerkrankungen auftritt. Ursachen für den Ausbruch einer Hufrehe können zum Beispiel EMS oder Morbus Cushing/PPID sein. Aber auch die übermäßige Kohlenhydrataufnahme, Intoxikationen – zum Beispiel nach langer Medikamentengabe oder durch Giftpflanzen, akute Erkrankungen des Gastro-Intestinal-Traktes, Nachgeburtsverhalten oder repetitive Traumatisierung (Belastungsrehe) sowie unterschiedliche Infektionskrankheiten können eine Hufrehe auslösen. Hier ist meistens die Masse and verschiedenen Auslösern entscheidend und der letzte Tropfen bringt dann das Fass zum Überlaufen.

Wie der lateinische Name schon verrät handelt es sich bei der Hufrehe um eine nicht-infektiöse Entzündung der Huflederhaut, bei der sich die Hornkapsel, welche durch die Lederhaut mit dem Hufbein verbunden ist, ablöst. Als Folge dieser Instabilität sind Absenkungen und Rotationen des Hufbeins möglich, die im schlimmsten Falle bis hin zu einem Durchbruch des Knochens durch die Hufsohle führen können. Die Hufrehe tritt in unterschiedlichen akuten und chronischen Stadien auf, ist höchst schmerzhaft und in der Regel nicht heilbar. Allerdings ist in den meisten Fällen ein stabiles Stadium erreichbar, in dem das Pferd schmerzfrei ist und eine weitere Absenkung oder Rotation des Hufbeins verhindert werden kann.

Quelle: AL NAEM 2014

Kann Hufrehe vermieden werden?

Nicht alle Ursachen einer Hufrehe können im Vorhinein ernährungstechnisch vermieden werden. Braucht ein Pferd krankheitsbedingt Cortison, welches eine Hufrehe auslösen kann oder entsteht eine Belastungsrehe aufgrund einer längeren Stehphase oder hat eine Stute eine Nachgeburtsverhaltung, so spielt die Ernährung im Vorhinein eine untergeordnete Rolle.
Anderen Ursachen wie EMS, bedingt auch Cushing, übermäßige Aufnahme von Zucker (z.B. in Form von Fruktanen) oder Kohlenhydraten (in Form von Stärke) kann jedoch fütterungstechnisch entgegengewirkt werden.

Gerade kleine Ponyrassen oder Pferde, welche rassebedingt zu EMS neigen, sollten getreide- und zuckerreduziert ernährt werden. Obwohl die Mechanismen bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt sind, geht die Tiermedizin mittlerweile von einer erhöhten Gefahr durch hohe Blutglukosegehalte aus. Auch Entzündungszellen, wie sie durch Fett produziert werden, können eine Hufrehe auslösen.

Auch Cushing oder PPID (pars pituiry intermedia disfunction) scheint fütterungstechnisch beeinflussbar/vermeidbar zu sein. Denn es scheint, dass PPID auch als Folge langjähriger Mineral- und Vitaminmängel ausgelöst werden kann. Es sollte also stets auf eine bedarfsdeckende Mineralisierung und Vitaminisierung geachtet werden. Unser Reformin Plus eignet sich hierfür besonders gut. Auch unsere bereits mineralisierten und vitaminierten Kraftfutter ohne Getreide und Melasse können einer zu hohe Kohlenhydrat- und Stärkeaufnahme entgegenwirken.

Wie kann ich meinem Pferd helfen, wenn es Hufrehe hat?

Die Therapie einer Hufrehe richtet sich stets nach dem Schweregrad und sollte in jedem Fall in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. Liegt bereits eine generalisierte Hufrehe vor (akut oder chronisch), so reicht die Anpassung der Futtermittel und Fütterungspraxis nicht aus. Entscheidend ist die Bekämpfung der Grundursache und hier können, wie bereits erwähnt, viele Punkte eine Rolle spielen.

Dennoch sollten im weiteren Verlauf einige Dinge hinsichtlich der Fütterung beachtet werden.
Besonders auf eine stärke- und zuckerarme, sowie energetisch reduzierte Ernährung sollte geachtet werden. Dies beinhaltet zum einen die Restriktion der Grasaufnahme (besonders zu Jahreszeiten und Tageszeiten, in denen viel Fruktan im Halm ist). Bei einem Kraftfutter sollte darauf geachtet werden, dass der Energiegehalt moderat bis niedrig ist, die enthaltene Energie aber möglichst über essentielle Fettsäuren und Aminosäuren gestellt wird (Achtung: auch Proteinen wird eine Beteiligung an Hufrehe beigemessen. Hier ist die Darreichungsform und die Menge entscheidend). Speziell für Pferde mit Erkrankungen des Stoffwechsels wurde unser Pur.Itan entwickelt.

Dies ist ein getreide- und melassefreies Krippenfutter, welches bereits voll mineralisiert und -vitaminisiert ist. Pur.Itan kann für die Fütterung von Sport- und Freizeitpferden eingesetzt werden, eignet sich aber aufgrund der starken Reduzierung von leicht verdaulichen Kohlenhydraten zur Unterstützung eines gesunden Stoffwechsels. Durch die ausgewogenen Gehalte an Aminosäuren und Energie ist Pur.Itan besonders geeignet für Pferde mit einer Hufreheerkrankung. Präbiotisch wirkende Inhaltsstoffe wie Pektine unterstützen die natürliche Darmflora und lindern somit gastro-intestinal bedingte Entzündungsmechanismen, welche eine Hufrehe negativ beeinflussen. Auch der in Leinöl enthaltene Alpha-Linolensäure wird eine entzündungshemmende Wirkung beigemessen, was wiederum einen positiven Effekt auf entzündliche Prozesse in der Huflederhaut hat.

Quellen:

  • Hufrehe-Leitfaden (2017) GPM-Fachinformationen (Gesellschaft für Pferdemedizin – German Equine Veterinary Association)
  • AL NAEM 2014 Inaugural Dissertation „Untersuchungen zur Hufrehe bei Pferden“ – Universität Gießen
  • MÄNNER, Vortrag 2011 „Hufrehe, wichtige Erkenntnisse der Fütterung, Weidehygiene und Giftpflanzen“