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Raufutterfütterung

Raufutterfütterung

Jeder Pferdemensch weiß, dass Raufutter das A und O in der Fütterung eines Pferdes ist. Wichtig hier ist neben der Qualität auch die Mengen, die Aufnahmedauer, die idealen Fütterungsintervalle, die verschiedenen Raufutterformen (Heu/Heulage/Luzerneheu) und andere fundamentale Aspekte der Pferdefütterung.

Dieser Text soll eine Grundlage für eine gelungene Raufutterfütterung schaffen und Irrtümer aufklären.

Wie oben schon erwähnt, kann eine qualitativ und/oder quantitativ unzureichende Raufutteraufnahme zu schwerwiegenden Problemen führen. Aber was sind die Richtwerte für Futteraufnahmedauer und Mindestmenge?

Der Magen-Darmtrakt des Pferdes ist an die kontinuierliche Aufnahme kleiner Mengen angepasst. Wildpferde laufen einen Großteil der Zeit (sowohl tags als auch nachts) sehr langsam über Steppenwiesen und nehmen dabei kontinuierlich Gräser – mit geringem Energiegehalt – auf. Hierbei dauert die Futteraufnahme zwischen 16 und 18 Stunden täglich. In der Obhut des Menschen stellt dieses physiologische Fressverhalten auf mehreren Ebenen ein Problem dar. Zum einen enthalten die mitteleuropäischen Böden weit mehr Energie als die Steppen, auf denen Pferde eigentlich zuhause sind, und zum anderen ist es praktisch unmöglich eine solch lange Fressdauer zu gewährleisten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nennt eine Aufnahmedauer von mindestens 12 Stunden täglich als Richtwert. Dieser Wert ergibt sich aus verschiedenen Studien der 80er Jahre sowohl an freilebenden als auch an domestizierten Pferden. Andere Studien zeigen, dass die tatsächliche Beschäftigungszeit mit der Futteraufnahme meist sogar nur 6 Stunden täglich einnimmt und dass selbst bei der Verwendung von Heunetzen und Raufen Fresspausen von  über 4 Stunden überschritten wurden. In direktem Zusammenhang mit der Futteraufnahmedauer steht die täglich dargereichte Menge Raufutter. Um eine Schädigung des Magen-Darmtraktest zu vermeiden, empfehlen Studien eine Mindestmenge von 1 kg Heu/100 kg Lebendmasse und Tag, also bei einem 6 kg schweren Pferd mindestens 6 kg Heu/Tag. Ein Pferd braucht für 1 kg Heu zwischen 40 und 50 Minuten zum Fressen. Somit ergibt sich eine ungefähre Fresszeit von 4-6 Stunden pro Tag. Im Hinblick auf die Psyche des Pferdes erscheint diese Menge deutlich zu gering. Auch aus diesem Grunde empfehlen Experten heute eine minimale Heuration von 1,5 kg/100 kg LM und Tag, verteilt auf mindestens 3 Rationen. Am natürlichsten wäre es, Heu ad libitum (also zur freien Verfügung) für mindesten 12 Stunden täglich anzubieten. Jedoch haben Studien gezeigt, dass in diesem Fall der Energieerhaltungsbedarf eines Großpferdes bis zu 180% überschritten werden kann. Eine kontinuierliche Energieüberversorgung kann bei Ponys und Pferden jeder Rasse zu Stoffwechselentgleisungen führen. Es muss also ein Mittelweg zwischen physiologischer Fressdauer und der in domestizierter Haltungsweise tatsächlich benötigten Energie gefunden werden, denn auch ein Luxuskonsum und die damit einhergehende Verfettung sind gefährlich (siehe auch Erkrankungen des Stoffwechsels).

Zusammenfassung

Es ist für die körperliche und psychische Gesundheit von Pferden unheimlich wichtig, genug Zeit mit der Aufnahme von qualitativ Raufutter zu verbringen.

  • Eine Menge von mindestens 1,5 kg Heu  pro 100 kg Lebendmasse täglich
  • Heu ad libitum ist nicht für alle geeignet: die aufgenommene Energie überschreitet oftmals die tatsächlich benötigte Menge deutlich. Dies hat auch mit dem Fressen im Stehen anstatt im Laufen sowie mit der Verzehrgeschwindigkeit zu tun.
  • Fresspausen von 4 Stunden oder länger sollten vermieden werden, damit der Magen-Darmtrakt des Pferdes gesund bleiben kann.

Quellen:

  • Meyer und Coenen 2014
  • Zeyner et al. 1995
  • BMELV 2009
  • Duncan 1980
  • Boys et al. 1988
  • Krull 1984
  • Edouard et al. 2009
  • Ellis und Hill 2005
  • Keenan 1986
  • McCreevy et al. 1995
  • Luthersson et al. 2009
  • Coenen 1990
  • Flores et al. 2011
  • Zeyner et al. 1992
  • Medina et al. 2002
  • Zeyner et al. 2004
  • Williamson et al. 2007
  • Zeyner, Kienzle, Coenen 2011
  • Meyer und Ahlwede 1983
  • Brüssow 2006
  • Ellis und Hill 2006