Höveler
Cushing (Equines Cushing Syndrom, Morbus Cushing, PPID)

Cushing (Equines Cushing Syndrom, Morbus Cushing, PPID)

Mein Pferd hat Cushing. Was jetzt?

Dazu ist es erst einmal wichtig zu verstehen, was „Cushing“ eigentlich ist. Das Internet bietet viele, teils irreführende Erklärungen. „Morbus Cushing“ ist eine Erkrankung der Nebennierenrinde, genauer ein Tumor der Nebennierenrinde. Dieser Tumor produziert große Mengen Cortisol (das Langzeitstresshormon, welches von der Nebennierenrinde produziert wird). Durch den Überschuss an Cortisol treten so bei Hunden die üblichen Symptome auf, wie vermehrtes Trinken und Urinieren, gesteigerter Appetit, Muskelschwund, Hängebauch, Hecheln und Lethargie, Veränderungen der Haut und des Fells (dünne Haut, stumpfes Fell, kahle Stellen, Hautentzündungen). Während die Symptome im Großen und Ganzen zwar denen des Pferdes entsprechen, liegt die Ursache jedoch in einem anderen Organ.

Ein Tumor oder eine Entzündung der Hirnanhangsdrüse ist hier der auslösende Faktor. Aus diesem Grunde wird Morbus Cushing mittlerweile beim Pferd „Pars Pituiry intermedia disfunction“ oder einfach PPID genannt. Die Symptome sind hierbei nahezu identisch zu einem „echten“ Cushing. Beim Pferd kommt außerdem noch die gesteigerte Hufrehegefahr durch den Cortisolüberschuss hinzu.
 

Quellen: BRANDARIC 2012 Inaugural Dissertation „Untersuchung zum Equinen Cushing Syndrom und Prüfung der Wirksamkeit von Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer) bei der Behandlung des Enquinen Cushing Syndroms“

Wie also kann man sein Pferd bestmöglich unterstützen?

Nach Diagnostizierung vom Tierarzt wird in der Regel eine entsprechende medikamentöse Therapie angeordnet. Zudem sollte die Ration genauer betrachtet werden. Die Basis sollte eine umfassende, bedarfsgerechte Vitaminisierung und Mineralisierung sein. Gleichzeitig muss genügend Energie (zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels) zur Verfügung gestellt werden, wobei die Verdauungsorgane und der gesamte Stoffwechsel möglichst schonend behandelt werden sollten. Stärke und Zucker begünstigen (in großen Mengen) nicht nur Empfindlichkeiten des Magen und Darms, sondern, wie schon länger unstrittig bei diesem Krankheitsbild auch Huflederhautentzündungen und damit Hufrehe. Bei einem Cushing Patienten sollte also unbedingt auf eine stärke- und zuckerreiche Fütterung verzichtet werden.
Zur Unterstützung eine Cushing Pferdes sind also folgende Dinge besonders wichtig: Eine tierärztliche Betreuung, hochwertiges Heu mit geringem Fruktananteil, Vorsicht bei Heulage (höhere Rohproteingehalte als Heu), hochwertiges, leichtverdauliches Kraftfutter, getreide- und melassefrei und eine bedarfsgerechte Mineralisierung und Vitaminisierung.

Quelle: BOCKHORNI 2017 Inaugural Dissertation „Eine Feldstudie zur Fütterung und zum Ernährungszustand Equiner Cushingpatienten unter Pergolidtherapie“ – Universität München

Quellen:

  • BRANDARIC 2012 Inaugural Dissertation „Untersuchung zum Equinen Cushing Syndrom und Prüfung der Wirksamkeit von Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer) bei der Behandlung des Enquinen Cushing Syndroms“
  • BOCKHORNI 2017 Inaugural Dissertation „Eine Feldstudie zur Fütterung und zum Ernährungszustand Equiner Cushingpatienten unter Pergolidtherapie“ – Universität München

 

Newsletter

Kennen Sie schon unseren Newsletter?
Jetzt anmelden und 5 € Gutschein erhalten.

Zur Newsletter-Anmeldung >

Newsletter